Gotthard 2016 | Gotthard-Tunnel mit viel Pomp eröffnet

Bundesrat, Staatschefs und Politiker eröffnen Gotthard-Basistunnel

Mit bis zu 250 km/h werden die Züge in Zukunft durch den 57-Kilometer langen Gotthard-Basistunnel rasen. Die Fahrt dauert dann noch rund 17 Minuten. (Archivbild)
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Mit bis zu 250 km/h werden die Züge in Zukunft durch den 57-Kilometer langen Gotthard-Basistunnel rasen. Die Fahrt dauert dann noch rund 17 Minuten. (Archivbild)
Foto: Keystone

Sie segneten einen Mustertunnel: Pater, Pfarrerin, Imam und Rabbiner. Rechts im Bild Pater Martin Werlen, der den Tunnel mit Weihwasser besprengt.
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Sie segneten einen Mustertunnel: Pater, Pfarrerin, Imam und Rabbiner. Rechts im Bild Pater Martin Werlen, der den Tunnel mit Weihwasser besprengt.
Foto: maja briner/sda

Bahn frei für die ersten Festzüge durch den Gotthard-Basistunnel.
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Bahn frei für die ersten Festzüge durch den Gotthard-Basistunnel.
Foto: Keystone

Das farbenfrohe Eröffnungsspektakel vor dem Nordportal in Erstfeld UR setzte die Tunnelarbeiter ins Zentrum.
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Das farbenfrohe Eröffnungsspektakel vor dem Nordportal in Erstfeld UR setzte die Tunnelarbeiter ins Zentrum.
Foto: Keystone

Grossleinwand, Tanzdarbietungen, Alphornbläser: Vor dem Gotthard-Südportal in Pollegio TI ist alles für den letzten Akt der Eröffnungszeremonie bereit.
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Grossleinwand, Tanzdarbietungen, Alphornbläser: Vor dem Gotthard-Südportal in Pollegio TI ist alles für den letzten Akt der Eröffnungszeremonie bereit.
Foto: Keystone

Der Moment der symbolischen Übergabe des Gotthards vom Bund an die SBB: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann schneidet das rote Band durch, flankiert von Verkehrsministerin Doris Leuthard und SBB-Chef Andreas Meyer.
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Der Moment der symbolischen Übergabe des Gotthards vom Bund an die SBB: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann schneidet das rote Band durch, flankiert von Verkehrsministerin Doris Leuthard und SBB-Chef Andreas Meyer.
Foto: Keystone

Ein Schnitt durch das rote Band als symbolische Übergabe eines Jahrhundertbauwerks: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann (rechts) mit SBB-Chef Andreas Meyer.
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Ein Schnitt durch das rote Band als symbolische Übergabe eines Jahrhundertbauwerks: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann (rechts) mit SBB-Chef Andreas Meyer.
Foto: Keystone

Quelle: SDA 01.06.16 0
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Mit einem fünfstündigen Festakt ist am Mittwoch der Gotthard-Basistunnel offiziell eröffnet worden. Politiker aus dem In- und Ausland inklusive Merkel, Hollande und Renzi waren der Einladung gefolgt und feierten das "Jahrhundertbauwerk".

Um 15.20 Uhr war es endlich so weit: Umrahmt vom Gesamtbundesrat schnitt Bundespräsident Schneider-Ammann symbolisch das Band durch und übergab damit den Gotthard-Basistunnel an die Betreiberin SBB. Mit einem "Merci für den Tunnel", bedankte sich SBB-Chef Andreas Meyer beim Bundesrat. "Danke fürs Betreiben", antwortete Schneider-Ammann.

Die Feierlichkeiten hatten bereits am frühen Morgen mit der Segnung des Tunnels begonnen. Im Licht von einigen wenigen Scheinwerfern beteten ein Pater, eine Pfarrerin, ein Imam und ein Rabbiner um den Segen für alle Reisenden und Arbeiter im Tunnel. Auch ein Atheist nahm an der Zeremonie teil. Diese fand aus Sicherheitsgründen nicht im Tunnel selbst, sondern beim Zugangsstollen Amsteg in einem sogenannten Mustertunnel zwei Kilometer tief im Berg drin statt.

Rede an beiden Portalen

Wenig später wandten sich Schneider-Ammann und Verkehrsministerin Doris Leuthard - zeitgleich auf beiden Seiten des Tunnels - in Rynächt UR und Pollegio TI - ein erstes Mal an die Gäste. "Wir vollenden ein Jahrhundertwerk - ein Werk, an dem von der ersten Skizze bis zur Planung und dem Bau des Tunnels mehrere Generationen mitgewirkt haben", sagte Schneider-Ammann.

Das erfülle ihn mit Stolz, aber auch mit Demut. Dass ein solches Jahrhundertwerk gelinge, sei nicht selbstverständlich. Er dankte allen, die dazu beigetragen hatten. Auch der neun Arbeiter, die beim Tunnelbau ihr Leben verloren hatten, wurde gedacht.

Leuthard sagte, der neue Tunnel sei ein Symbol für Offenheit und Fortschritt. Sie kam aber auch auf die Verlagerungspolitik zu sprechen, die mit dem heutigen Tag neuen Schub erhalte. "Wir können noch mehr Güter von der Strasse auf die Schiene bringen." Dies zum Wohl der Alpen, der Natur und der Bevölkerung. Diese Überzeugung habe sich auch in der europäischen Verkehrspolitik durchgesetzt.

Mit erster Fahrt eingeweiht

Zum Schluss seiner Rede gab Schneider-Amman den Startschuss für die erste offizielle Fahrt von zwei Personenzügen: "Bahn frei! Place aux trains! Via libra pils trens! Via libera ai treni!" Die 1000 ersten Passagiere, die in der Verlosung ein Ticket ergattert hatten, wurden eine halbe Stunde später auf der anderen Seite mit Applaus von den Ehrengästen, dem Militärspiel und einem Feuerwerk empfangen.

Die Fahrgäste zeigten sich nach der Durchfahrt beeindruckt. Sie priesen unter anderem die Ingenieursleistung. Einige äusserten sich auch überrascht, wie kurz die Fahrt zwischen dem Tessin und der Deutschschweiz dauerte.

Spektakel auf beiden Tunnel-Seiten

Währenddessen wurde an den beiden Portalen ein Spektakel zum Mythos Gotthard und dem hochmodernen neuen Tunnel aufgeführt. Und ab diesem Zeitpunkt spielte sogar das Wetter mit: Rechtzeitig zum Eintreffen des ersten ausländischen Staatschefs zeigte sich auch in Rynächt die Sonne.

Nacheinander konnte Schneider-Ammann den liechtensteinischen Regierungschef Adrian Hasler, den österreichische Bundeskanzler Christian Kern, den italienischen Premier Matteo Renzi, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Präsidenten François Hollande begrüssen.

Zusammen mit dem Gesamtbundesrat und den anwesenden Parlamentariern und Gästen reisten die ausländischen Staatschefs dann ein erstes Mal durch den längsten Tunnel der Welt. Die Fahrt dauerte für die Staatsoberhäupter etwas länger als für die normalen Fahrgäste: rund dreissig statt nur zwanzig Minuten.

Damit die Gäste auch etwas vom Tunnel sehen konnten, sei er nur 140 Stundenkilometer gefahren, sagte Lokführer Urs Kobler danach. Zudem war der Tunnel für die Staatsoberhäupter/-innen ausnahmsweise beleuchtet.

01. Juni 2016, 04:37
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