Kriminalität | Die zwei in Brig-Glis wohnhaften Männer gelten als gefährlich und wurden bereits mehrfach auffällig

Arm der Mafia reicht bis nach Brig

Zugriff. Die italienische Polizei verhaftete am Montagmorgen 13 Verdächtige.
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Zugriff. Die italienische Polizei verhaftete am Montagmorgen 13 Verdächtige.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 08.05.18 0
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Die italienische Polizei hat am ­Montagmorgen 13 Per­sonen verhaftet. Zwei ­davon sind seit Längerem in Brig-Glis wohnhaft. Hinter der Operation «Santa Cruz» steckt eine Geschichte mit Drogen- und Waffenschmuggel und Verbindungen zur italienischen Mafia ’Ndrangheta.

Die Operation «Santa Cruz» konnte am frühen Montagmorgen dem Drogenschmuggel zwischen Italien und der Schweiz einen Schlag versetzen. Wie die Polizei der piemontesischen Provinz Verbano Cusio Ossola mitteilte, konnten gleich 13 Verdächtige festgenommen werden. Angehalten wurden die Personen in der Nähe von Domodossola, aber auch in Kalabrien. Die Polizeiaktion namens «Santa Cruz» zielt gegen die kalabrische Mafia ’Ndran­gheta. Das Kokain und Marihuana seien in grossen Mengen von Kalabrien via Piemont und Lombardei in die Schweiz geschmuggelt worden. Zwei* der 13 verhafteten Personen sind seit längerer Zeit in Brig-Glis wohnhaft.

Gefährliche Männer

Gemäss der Zeitung «Le Nouvelliste» gelten beide Personen als gefährlich und seien bereits wegen Drogenschmuggels festgenommen worden. Der ältere der beiden gehöre der Mafia ’Ndrangheta an, der jüngere sei wegen Waffenmissbrauchs bereits verurteilt worden. Wie es auf dem Online-Medium «Faro di Roma» heisst, ist der jüngere der beiden Männer bereits in einer ersten Phase der Ermittlungen der Polizei ins Netz gegangen. Er wurde mit 300 Gramm Kokain erwischt.

Die italienische Mafia nützt die Schweiz vor allem um schmutziges Drogengeld zu waschen. Die Walliser Justiz bestätigt, dass es zum ersten Mal eine direkte Verbindung zwischen dem Wallis und der italienischen Mafia im Drogengeschäft gebe. Die Schmugglerbande soll von einem bekannten Kopf angeführt werden. Der 66-jährige Giovanni Rosario Russo, gegen den bereits in den 90er-Jahren im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten im Ossolatal ermittelt wurde, liess sich die Drogen von Kontakten aus Kalabrien nordwärts transportieren. Um nicht abgehört zu werden, benutzte er stets Telefonkabinen. Die Operation, die bereits seit mehr als einem Jahr im Gange ist, heisst «Santa Cruz». Dies weil der Kopf der Bande Russo im Jahr 2015 vergeblich versucht hatte, mit einem gefälschten Pass nach Bolivien einzureisen.

Weitere Verhaftungen in Brig

Wie das Bundesamt für Justiz bestätigt, gehe es in dem Fall nicht um eine internationale Fahndung. Man sei in diesen Fall nicht involviert worden. Ebenso ist bis gestern Abend kein Rechtshilfegesuch bei der Walliser Kantonspolizei eingegangen. Bereits im letzten Herbst kam es in Brig und Gampel zu mehreren Verhaftungen rund um den Handel mit Kokain. Dabei wurden grosse Mengen sichergestellt, mehrere Personen landeten in Untersuchungshaft. Ob die Händler in Brig die Drogen auch von den zwei nun in Domodossola verhafteten Männern erhielten und die beiden Fälle somit in einem Zusammenhang stehen, ist unklar.

Seit 2016 sechs Mafiosi im Oberwallis verhaftet

In den letzten Jahren sind im Oberwallis immer wieder verschiedene Männer aufgetaucht, die Mitglieder in italienischen Mafia-Zellen sind. Meist leben sie hier unauffällig. So wie der Mafia-Boss, der bereits im Dezember 2014 für fast zehn Jahre verurteilt wurde, aber erst eineinhalb Jahre später in Ried-Brig verhaftet worden ist. Ebenfalls 2016 wurde in Visp ein wichtiges Mafia-Mitglied festgenommen. Im gleichen Jahr kam es zu zwei Verhaftungen von mutmasslichen ‘Ndrangheta-Mitgliedern in Saas-Grund und Stalden. Wie die Nachrichtenagentur sda gestern berichtete, hat die Waadtländer Polizei eine der grössten Mengen an Drogen festgestellt, die im Kanton je gefunden worden sind. Sie beschlagnahmte 13,8 Kilo Kokain sowie Bargeld im Wert von rund 150 000 Franken. Zudem wurden 13 Verdächtige festgenommen. Die Drogenhändler operierten vor allem von Yverdon und Vevey aus, das Netzwerk hatte aber Verbindungen bis in die Niederlande.

* Namen der Redaktion bekannt

Mathias Gottet
08. Mai 2018, 17:40
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