Standpunkt | über die kommunale und kantonale Finanzierungspraxis

«Snow Days» - die Zeche zahlt der Steuerzahler

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Es steht ausser Frage, die Schneesporttage – zu meiner Zeit waren dies Skinachmittage sowie Schülerrennen im Torrentskigebiet – hinterlassen bei den Kindern so manch bleibende Erinnerung. In Elternkreisen wird von Anekdoten berichtet, was man auf dem Weg zu den Skigebieten alles erlebte, welche wildesten Fahrten auf und neben den präparierten Pisten hingelegt wurden und welche Missgeschicke einem an den Skiliften passiert sind. Kurzum: Die Schneesporttage führen uns Eltern gedanklich zurück in die «guten» alten Zeiten.

Wer sich aber vom verklärten Blick über den damaligen Skisport löst, stellt bald mal fest, dass auch damals nicht alles gratis war und dass unsere Eltern für alles aufkommen mussten. Eine Finanzierung durch die Gemeinde oder den Staat – Fehlanzeige. Mit dem Bundesgerichtsurteil zur «Unentgeltlichkeit der obligatorischen Schulzeit» scheint sich das Blatt nun gewendet zu haben. So muss die öffentliche Hand seit diesem Schuljahr pro Schüler jährlich 300 Franken an Unterrichtsmaterial und ausserschulische Aktivitäten beisteuern – so auch für die Skisporttage. Dass dieses Budget nicht ausreicht, ist inzwischen ein offenes Geheimnis. Diskussionen bei den nächsten Urversammlungen sind somit gewiss.

Mit den «Snow Days» will der Kanton den Gemeinden nun unter die Arme greifen (siehe Artikel «Snow Days»: Verwirrung um die Finanzierungspraxis). Was dabei vergessen geht, der Steuerzahler wird nun doppelt zur Kasse gebeten. Einerseits bei der Mitfinanzierung der «Unentgeltlichkeit der obligatorischen Schulzeit» via Kantons- und Gemeindesteuern und andererseits neu auch beim Bezahlen des Millionenprojekts «Snow Days» über die Kantonssteuern.

Es scheint zu einem Selbstverständnis beim Kanton und bei den Gemeinden geworden zu sein, dass für alles und jeden die Steuerschatullen geöffnet werden, ohne dabei die Steuerzahler einzubeziehen. Dies geht so nicht!

Thomas Allet

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