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Mittaltunnel: Eine Notfall-Lösung wäre sinnvoll

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Wegen Sicherheitsmängeln muss der Mittaltunnel zwischen Gampel und Goppenstein dringend saniert werden.

Die fast 2,5 Kilometer lange Röhre ist die einzige Route zum Autoverlad der BLS und auch die einzige Möglichkeit, um vom Rhonetal aus das Lötschental direkt per Auto zu erreichen. Allein der BLS-Autoverlad transportiert jährlich rund 1,3 Millionen Fahrzeuge, welche dieses Nadelöhr passieren müssen. Das Bundesamt für Strassen (Astra) sichert zu, das möglichst alle Sanierungsarbeiten unter Verkehr ausgeführt werden, eine punktuelle Vollsperrung des Tunnels also nur nachts oder in Ausnahmefällen nötig ist. So weit, so gut. Doch was würde generell im Ereignisfall passieren? Trotz aufwendigster Sicherheitsmassnahmen kann nie ausgeschlossen werden, dass ein Tunnel infolge eines Zwischenfalls gesperrt werden muss. Eine Sperrung des Mittaltunnels über längere Zeit hätte jedoch fürs Oberwallis gravierende wirtschaftliche Folgen. Denken wir nur an die Touristenströme in die grossen Oberwalliser Feriendestinationen, die auf dieser wichtigen Nord-Süd-Achse komplett zum Erliegen kämen. Eine naheliegende Notfall-Lösung wurde auch schon ernsthaft erwogen: Die alte Kantonsstrasse von Steg nach Goppenstein soll als Umfahrungsmöglichkeit instand gehalten werden. Dafür müsste aber die bei Unwettern 2011 weggerissene Brücke im Klosterli neu erstellt werden. Die Kosten für die Wiederinstandsetzungsarbeiten beziffern sich auf rund 15 bis 20 Millionen Franken – zu viel, findet der Kanton Wallis, der deshalb auf eine Sanierung verzichtet. Schade und bedenklich. Erinnert sei an Zwischenfälle im Gotthardtunnel, die eine mehrmonatige Schliessung zur Folge hatten, oder an die grosse Brandkatastrophe im Mont-Blanc-Tunnel 1999, wo wegen der Instandstellungsarbeiten der Tunnel ganze drei Jahre lang geschlossen blieb. Deshalb bleibt zu hoffen, dass der Kanton seine Entscheidung überdenkt. Eine langwierige Sperrung würde wesentlich mehr als 20 Millionen Franken kosten.

Frank O. Salzgeber

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