Standpunkt | Von Walter Bellwald

Fasnachtszeitungen: Fertig lustig!

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Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Nach diesem Grundsatz kommen jedes Jahr die Fasnachtszeitungen in Umlauf. Sie gehören ebenso zur fünften Jahreszeit wie bunte Papierschlangen, Konfetti oder die närrischen Fasnachtsgruppen mit ihren Sujets. In den Fasnachtszeitungen werden Personen des öffentlichen Lebens ebenso auf die Schippe genommen wie Privatpersonen. Hier bekommt jemand sein Fett weg, der sich in einer bestimmten Situation komisch verhalten hat oder sich mit einer Äusserung wörtlich in die Nesseln setzt. So weit, so gut. Fasnachtszeitungen sind unterhaltsam und lesenswert, solange die Betroffenen nicht unter der Gürtellinie angegangen werden. Denn: Während in einem Leserbrief in der Zeitung der Name des Absenders schwarz auf weiss geschrieben steht, kann sich der Autor einer Einsendung in der Fasnachtszeitung hinter seinen Zeilen verstecken. Das wiederum gibt jedem Einsender die Möglichkeit, eine persönliche Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit auszutragen, ohne sich seinem Gegenüber zu stellen und seinen Namen zu nennen. Was einige Aussenstehende in diesem Zusammenhang amüsant finden, ist für die Betroffenen alles andere als lustig. Da werden Unterstellungen gemacht und rufschädigende Sachen in die (Oberwalliser) Welt posaunt. Darüber hinaus kommt es sogar zu persönlichen Anfeindungen. Kein Wunder, wehren sich die Betroffenen und verlangen vom Herausgeber der Fasnachtszeitung eine Stellungnahme (s. Artikel auf Seite 15). Sich über jemanden mit einem kleinen Seitenhieb oder einem Augenzwinkern lustig zu machen oder ihn öffentlich blosszustellen und anzufeinden, ist ein grosser Unterschied. Demzufolge müssen sich auch die Herausgeber der Fasnachtszeitungen hinterfragen, ob man böswilligen Anfeindungen unter dem Deckmantel der Anonymität auch in Zukunft eine Plattform geben will oder solche Einsendungen dahin befördert, wo sie hingehören – in den Papierkorb.

Walter Bellwald

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