Kommentar | Zum bevorstehenden Klimaaktionstag

Ein bisschen Panik schadet nicht

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Corona hier, Corona da. Die Schlagzeilen über das Virus und seine Folgen dominieren die öffentliche Wahrnehmung. Eine Meldung jagt die nächste, die Unsicherheit ist gross. Im viral-medialen Rausch hat es dabei kaum noch Platz für sonstige Meldungen. Krise in Syrien, egal! Ölpreis im Keller, wen interessierts? Gleich geht es auch der Klimadebatte. Deren Galionsfigur Greta Thunberg scheint nicht mehr existent. Ihre Kritiker dürften jubeln oder sich ärgern. Je nachdem. Denn auf ein Virus lässt sich weit weniger genüsslich in den sozialen Medien einprügeln, als auf die junge Schwedin. Zusammengefasst kann man sagen: Jene, die sich Sorgen um das Klima machen, haben es im Moment nicht leicht, gehört zu werden. Und das ist problematisch. Denn das Klima und mit ihm die Menschheit sind weiterhin unter Druck. Der Winter war viel zu warm, die Konsequenzen für die Sommermonate noch nicht abschätzbar. Auch wenn der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Reiseaktivitäten und die wirtschaftliche Produktion etwas abgebremst haben, für das Klima ist das nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Umso wichtiger ist es, dass sich weiterhin (junge) Leute Gedanken darum machen, wie die Auswirkungen unserer Existenz auf unsere Lebensgrundlage abgefedert werden können. Dass am Sonntag in Visp dazu ein Workshop mit rund 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt wird, ist daher begrüssenswert. Dabei wollen die Aktivistinnen und Aktivisten von «Strike for Future Oberwallis» diskutieren, wie sie am Nationalen Klimatag am 15. Mai auftreten wollen. Man wolle keine Panik verbreiten, sagen die Initiantinnen. Doch vielleicht wäre diese angebracht. Wie anfällig die Gesellschaft ist, zeigt sich schliesslich in diesen Tagen in aller Deutlichkeit. Wenn schon ein nach wie vor eher harmloses Virus dazu führt, dass Veranstaltungen abgesagt und Hamsterkäufe getätigt werden, was ist dann wohl los, wenn plötzlich kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt, weil die Gletscher weg sind?

Martin Meul

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