Jeizinen | Faszination Skialpinismus

«Die Chemie untereinander muss auf alle Fälle stimmen»

Seit seiner Jugend ist Benno Hildbrand in den Bergen unterwegs.
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Seit seiner Jugend ist Benno Hildbrand in den Bergen unterwegs.
Foto: RZ

Benno Hildbrand, Bernhard Walker und Patrick Holzer (v. l. n. r.) beim Training.
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Benno Hildbrand, Bernhard Walker und Patrick Holzer (v. l. n. r.) beim Training.
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Seit dem 18. Lebensjahr ist Benno Hildbrand in seiner Freizeit als Skitourengänger regelmässig in den Walliser Alpen unterwegs. Mit dem wettkampfmässigen Skialpinismus kam der Berufsschullehrer indes erst einige Jahre später in Berührung – notabene über eines der härtesten Rennen der Alpen, der Patrouille de Glacier.

Zwischen dem 27. April und dem 3. Mai gehen dieses Jahr erneut zahlreiche Athleten in Zermatt an den Start, um als Team die 57,5 Kilometer lange Strecke nach Verbier zu absolvieren. Die Patrouille de Glacier – kurz PdG – gilt unter Skialpinisten als einer der härtesten Teamwettkämpfe weltweit. «Wer den Wettlauf entlang der Haute-Route in Angriff nehmen will, braucht eine gewisse physische und mentale Stärke», sagt Benno Hildbrand, der dieses Jahr in der Dreierseilschaft mit Bernhard Walker und Pascal Holzer unterwegs sein wird. Sowohl für die Aufstiege als auch die Abfahrten werden mehr als 4000 Höhenmeter überwunden. «Umgerechnet legen wir dabei etwa 100 Leistungskilometer zurück», erklärt Hildbrand den Energie- und Zeitaufwand, der auf sein Team zukommen wird.

Erster Start, erster Erfolg

Die PdG geht auf eine Idee der Initianten Rodolphe Tissières und Roger Bonvin zurück, die während des Zweiten Weltkrieges die Einsatz­fähigkeit ihrer Gebirgstruppen testen wollten. Der erste Wettlauf fand im April 1943 statt. Seither sind weitere Rennen dazugekommen. «Meinen ersten Wettkampf absolvierte ich 1992», erinnert sich Hildbrand an seinen ersten Start zurück. Damals bildete er zusammen mit Damian Constantin und Olivier Mounir eine Dreierseilschaft, die sich knapp neun Monate lang darauf vorbereitete. «In dieser Zeit habe ich auch mit dem Langlaufsport angefangen», so der Berufsschullehrer, der in Visp die angehenden Sanitär- und Heizungsinstallateure im Bereich Gebäudetechnik ausbildet. Das Langlaufen gilt mit seinem Klassikstil als ideale Ergänzung, um sich auf die Gebirgsrennen vorzubereiten und die Kondition aufzubauen. «Für mich ist dies eine tolle Abwechslung wie auch eine Alternative zum Skitouren, vor allem wenn die Wetterverhältnisse in den Bergen schlecht sind», so der gebürtige Gampjer. In all den Jahren, in denen Hildbrand bisher bei der PdG an den Start ging, hat sich bei ihm auch ein gewisser Wettkampfehrgeiz entwickelt. So konnte er 2006 zusammen mit Theo Kalbermatter und Martin Bischoff einen prestigeträchtigen Sieg in der Kategorie Militär II feiern. «Wir waren etwas mehr als neun Stunden unterwegs», blickt Hildbrand noch heute mit Stolz auf den ersten Erfolg im Teamwettkampf der PdG zurück.

Vorbereitung läuft

Wie bei jeder der bisherigen Teilnahmen weiss Hildbrand, dass eine «Überhaupt-ins-Ziel-kommen-Mentalität» nicht ausreicht, um in den harten Aufstiegen zum Tête Blanche, Col de Riedmatten und Rosablanche wie auch den Abfahrten nach Arolla und Verbier zu bestehen. «Nebst dem, dass man sowieso gerne Freiluftsport betreibt, braucht es über Monate ein seriöses Training mit Laufen, Mountain­biken und Bergtouren», sagt der zweifache Familienvater. So müsse man bereit sein, auch bei widrigsten Wetterverhältnissen draussen trainieren zu gehen, so Hildbrand zur mentalen Bereitschaft, um bei der Vorbereitung zur PdG auf Kurs zu bleiben. Während des Wettkampfs ist auch ein guter Teamgeist entscheidend über ein gelungenes Rennen. «Die Chemie untereinander muss auf alle Fälle stimmen», betont Hildbrand die Wichtigkeit eines harmonischen Teamgefüges.

Sicherheit geht vor

Eine gute Fitness, ein guter Teamgeist sowie die mentale Stärke sind alles Faktoren, die sich in der Vorbereitung beeinflussen lassen. Den Naturgefahren ist man indes automatisch ausgesetzt. «Sowohl bei privaten Touren als auch bei Wettkämpfen gilt: ‹Die Sicherheit geht in jedem Fall vor›», sagt der erfahrene Skialpinist. So gehört bei jeder Gebirgstour eine Schaufel, eine Lawinensonde sowie ein Lawinenverschüttetensuchgerät zur Standardausrüstung eines Skialpinisten. Auch wenn das Ziel, eine Zeit zwischen neun und zehn Stunden zu laufen, die Seilschaft Hildbrand-Walker-Holzer bei der diesjährigen PdG antreibt, so steht die Kameradschaft an erster Stelle. «Im Team wie unter Gebirgsleuten gilt, dass man trotz aller Ambitionen seinen Ehrgeiz zurücksteckt und einander hilft, wenn sich jemand in Gefahr befindet», sagt Hildbrand.

Thomas Allet

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