Osterwochenende | Gommer Gemeindepräsidenten appellieren an Ferienwohnungsbesitzer

Pendeln stösst auf Unverständnis

Gerhard Kiechler, Gemeindepräsident Goms, fordert in der Krisensituation Solidarität.
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Gerhard Kiechler, Gemeindepräsident Goms, fordert in der Krisensituation Solidarität.
Foto: MENGIS MEDIA/ALAIN AMHERD

Quelle: 1815.ch 1

Hausärzte, Tourismusverantwortliche und Gemeindepräsidenten fordern die Zweitwohnungsbesitzer in einem Rundschreiben auf daheimzubleiben. Ein Appell, der gerade vor dem Osterwochenende nicht oft genug wiederholt werden kann.

Ganz grundsätzlich dürfte es aus Sicht der Touristiker gerne mehr Gäste ins schöne Goms locken. Doch nicht in diesem Augenblick. Nicht in der gegenwärtigen, ausserordentlichen Lage, die aufgrund des Coronavirus vorherrscht. Aus diesem Grund haben die beiden Gemeindepräsidenten Gerhard Kiechler, Goms, und Christian Imsand, Obergoms, jüngst alle Chalet- und Ferienwohnungsbesitzer in einem Schreiben darum gebeten, aktuell auf keinen Fall zwischen ihrem Erstwohnsitz und der Ferienwohnung zu pendeln – mitunterzeichnet von Dr. Peter Lauer und Dr. Thomas Imsand, die beide in Münster eine Hausarztpraxis führen, sowie der Geschäftsführerin der Obergoms Tourismus AG, Anja Beivi. Es gehe darum, die Ausbreitung des Virus so weit wie möglich einzudämmen – und den bundesrätlichen Weisungen Folge zu leisten, sagt Kiechler.

Sorgenvoller Blick aufs Osterwochenende

Ein Appell, der mit Blick auf das Osterwochenende mit mehrheitlich sonnigen Wetterprognosen mit Nachdruck wiederholt werde. Schliesslich sei die Schweiz vom Virus ganz unterschiedlich stark betroffen, so der Gemeindepräsident. «In Kantonen wie Luzern hat man viel weniger Fälle, weshalb die Massnahmen dort vielleicht weniger gut nachvollziehbar sind.» Die Statistik des Bundes bestätigt: Während im Wallis auf 100000 Einwohner 415 Corona-Fälle kommen, sind es in manchen Zentralschweizer Kantonen bloss um etwas über 100. «Umso mehr sei es eine Frage der Solidarität», fährt Kiechler fort, «wenn sich die meisten Leute an die Weisungen halten, können die Massnahmen hoffentlich bald einmal gelockert und die Geschäfte wieder geöffnet werden.» Entsprechend werde es von der einheimischen Bevölkerung gar nicht «goutiert», dass es noch einzelne schwarze Schafe gebe, die nach wie vor zwischen ihrem Wohnort und der Ferienwohnung pendeln. «Das sorgt für Unverständnis.»

Frage der Kapazität

Für die Gemeinden geht es dabei auch um Organisations- und Kapazitätsfragen. So haben sie seit mehreren Wochen alle wichtigen Dienste aufgebaut, damit sich beispiels-
weise Menschen der sogenannten Risikogruppe zum Arzt fahren lassen sowie Medikamente oder Einkäufe vor die Tür liefern lassen können. Selbiges gilt für die Lebensmittelgeschäfte vor Ort. «Steigt hier die Nachfrage plötz-
lich sprunghaft an, könnte es zu Engpässen kommen», so Kiechler. Selbiges gelte auch für das Gesundheitssystem, sollten sich in den Ferienwohnungen ohne Kenntnis der Gemeinde übermässig viele Leute aufhalten.

Wegscheuchen wolle man natürlich niemanden. Für jene Ferienwohnungsbesitzer, die seit Wochen im Goms weilen, werde genauso wie für die Einheimischen gesorgt. «An alle anderen: Bleibt im Moment daheim!», sagt Kiechler. Sobald die Krise durchgestanden ist, sind sie wie alle anderen Gäste im Goms dann wieder mehr als willkommen.

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