Gemeindefinanzen | Die Walliser Gemeinden wiesen auch solide Finanzen aus – und investierten wieder kräftiger

Gemeinden steigern den Cashflow auf über 400 Millionen Franken

Wenig investiert. Die Gemeinden im Bezirk Brig haben 2018 netto nur zwölf Millionen Franken investiert, so wenig
wie nie seit 2009.
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Wenig investiert. Die Gemeinden im Bezirk Brig haben 2018 netto nur zwölf Millionen Franken investiert, so wenig
wie nie seit 2009.
Foto: mengis media

Quelle: WB 0

Sitten | Die Finanzlage der 126 Walliser Gemeinden bleibt sehr gut. Per Ende 2018 waren nur sieben Gemeinden «sehr stark» oder «ausserordentlich» verschuldet.

Von den möglichen 25 Punkten (Selbstfinanzierungsgrad, Selbstfinanzierungskapazität, Abschreibungssatz 10 Prozent, Nettoschuld pro Kopf und Brutto-Schuldenvolumenquote) erreichen alle 126 Walliser Gemeinden zusammen das Maximum. Im Oberwallis wird die Verschuldung von Staldenried und Leukerbad als «ausserordentlich» eingestuft, Saas-Fee, Unterbäch und Grengiols wiesen per Ende 2018 eine «sehr grosse» Verschuldung aus. Die Nettoverschuldung pro Einwohner nahm bei den Gemeinden insgesamt von 1456 auf 1271 Franken ab. Mit einem Wert von deutlich unter 3000 Franken pro Einwohner wird die Verschuldung als gering beurteilt. Im Oberwallis lag dieser Wert per Ende 2018 bei 2515 Franken.

Bezirk Visp mit dem höchsten Cashflow

Die Verwaltungsrechnung 2018 der Walliser Gemeinden weist im Vergleich zu jener von 2017 eine laufende Rechnung mit einem Cashflow von fast 424 Millionen Franken aus, was einer Steigerung von 8,4 Prozent entsprach. Nur 2011, als die selbst erarbeiteten Mittel 435 Millionen Franken betrugen, lag der Cashflow höher.

Interessant ist eine Aufteilung nach Regionen. Die Oberwalliser Gemeinden erreichten einen Cashflow von 117 Millionen Franken. Ein Rekordwert. Das ist gut ein Viertel des Gesamtanteils und entspricht auch in etwa dem Bevölkerungsanteil. Teilt man den Cashflow nach Bezirken auf, so sticht der Bezirk Visp im Oberwallis hervor. Der kumulierte Cashflow beläuft sich auf 51 Millionen Franken. 44 Prozent der selbst erarbeiteten Mittel kommen aus dem Bezirk Visp. Brig folgt mit 26 Millionen Franken, Leuk mit 16,5 Millionen Franken. Die Gemeinden des Goms und von Westlich Raron folgen mit je rund neun Millionen Cashflow, in Östlich Raron waren es fünf Millionen.

Der Aufwand der Gemeinden stieg auf 1,732 Millionen Franken (plus 4 Prozent), der Ertrag stieg um gut 100 Millionen Franken auf 2,155 Millionen Franken. Die Gemeinden erhöhten die ordentliche Abschreibung auf 284,8 Millionen Franken (plus 2,7 Prozent) und die zusätzlichen Abschreibungen gar auf 65,8 Millionen Franken (plus 33 Prozent). Der Ertragsüberschuss belief sich auf 71 Millionen Franken. Die Finanzerlöse stiegen um 4,9 Prozent und lagen das dritte Jahr in Folge über der Zwei-Milliarden-Marke.

Bezirk Brig mit rekordtiefen Investitionen

Die Einwohnergemeinden steigerten mit 360,5 Millionen Franken ihr Niveau an Nettoinvestitionen wieder deutlich. 2017 fielen die Nettoinvestitionen mit 337 Millionen Franken so tief aus wie nie seit 2010. 2018 steigerte man sich um sieben Prozent. Insgesamt investierten die Gemeinden in den letzten zehn Jahren jährlich fast 400 Millionen Franken.

Das Investitionsvolumen im Oberwallis lag bei knapp 100 Millionen Franken, in etwa im Schnitt der letzten zehn Jahre. Der Bezirk Brig gab sich mit zwölf Millionen Franken 2018 bezüglich Investitionen sehr bescheiden. Es war der tiefste Wert seit 2009. Im letzten Jahrzehnt investierte man im Schnitt immer fast das Doppelte, 2013 gar das Dreifache. Der Rückgang ist primär mit der Konsolidierungsphase in Naters zu begründen. Zudem hat Brig-Glis in den Jahren zuvor mit dem Sportzentrum kräftig investiert.

Dafür brummt der Motor im Bezirk Visp. 53 Millionen wurden hier 2018 netto investiert. So viel wie noch nie. Im Schnitt der letzten zehn Jahre waren es immer rund 35 Millionen Franken.

63 Millionen Franken Wasserzinsen

Nach drei Jahren mit Finanzierungsfehlbeträgen verbuchten die Gemeinden nach 2017 erneut einen Finanzierungsüberschuss, und zwar 63,5 Millionen Franken. Bei den Oberwalliser Gemeinden betrug dieser 17,5 Millionen Franken.

Der grösste Ausgabenposten war 2018 mit 310 Millionen Franken der Verkehr, gefolgt von der Bildung (300 Millionen), der Umwelt (273 Millionen), der sozialen Wohlfahrt (233 Millionen) und den Personalausgaben (218 Millionen). 63 Millionen Franken kassierten die Walliser Gemeinden 2018 an Wasserzinsen, knapp 30 Millionen Franken flossen ins Oberwallis, 15 Millionen Franken allein in den Bezirk Visp.

hbi

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