TTC Siders | In dieser Saison setzte man erstmals auf einen Spieler aus dem Ausland. Die Erfahrungen sind überaus positiv

Anthony Geminiani – die Verstärkung aus Frankreich

Makellos. Der Franzose Anthony Geminiani gewann alle seine Partien für den TTC Siders.Foto zvg
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Makellos. Der Franzose Anthony Geminiani gewann alle seine Partien für den TTC Siders.Foto zvg
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Quelle: WB /alb 0

Der Tischtennis-Klub Siders hat sich in der NLB vom Abstiegskandidaten zum soliden Mittelfeldverein gemausert. Die Steigerung hat einen Namen: Anthony Geminiani.

Rückblende. Vor zwei Jahren stieg der TTC Siders in die zweithöchste nationale Spielklasse auf. Und tat sich dort erwartungsgemäss schwer. Sehr schwer sogar. Die Mittelwalliser kamen nicht über den letzten Platz hinaus. Dass man trotzdem oben blieb, hatte man den günstigen Umständen zu verdanken. Zwei Mannschaften hatten sich am Ende der Saison zurückge-
zogen.

Klubpräsident Fabian Lenggenhager hatte sich damals standhaft dagegen gewehrt, einen ausländischen Verstärkungsspieler zu engagieren. Er hat den Verein von der biederen 3. Liga bis in die NLB geführt, kein Aufwand ist ihm zu gross, keine Hürde zu hoch. Aber nein, hier gings ihm ums Prinzip: «Es kann doch nicht sein, dass ein Spieler eingeflogen wird, seine Partien bestreitet, und fort ist er. Ich habe Spieler gesehen, die waren zwei Minuten nach der Partie schon wieder weg, das kann es nicht sein», so Lenggenhager.

Ohne Ausländer hat man kaum eine Chance

Was Aussenstehende kaum für möglich halten würden, ist in der Tat so: In einer Randsportart wie Tischtennis setzen selbst in der NLB alle Vereine auf Ausländer, wer das nicht tut, steht auf verlorenem Posten. Vielleicht auch ein Grund, warum die Fluktuation relativ gross ist und Klubs Ende Saison plötzlich die Reissleine ziehen.

Doch Lenggenhager, dieses pfiffige Kerlchen, fand den «Dreh». Wenn schon ein Spieler aus dem Ausland geholt wird, dann müsste dieser dem Verein auch etwas bringen. Der Badmintonklub Olympica Brig hat Kai Waldenberger und Jan Fröhlich als Trainer geholt, setzt diese auch im Betrieb des Sportcenters ein. So was war natürlich in Siders in diesem Rahmen nicht möglich. Aber warum nicht den Verstärkungsspieler gleichzeitig auch als Trainer für den Nachwuchs einsetzen?

Bei der Umsetzung kam der Verband zu Hilfe. Dieser kann beim kantonalen Sportfonds Geld holen, aber nur wenn er auch Projekte umsetzt. So kams zu folgender Regelung: Der Verstärkungsspieler muss neben dem Spiel mindestens noch einen Tag im Wallis sein und Trainings leiten. Nicht nur in Siders, sondern auch bei anderen interessierten Vereinen. So gabs Trainings in Gampel, Grône und Dorénaz. «Das Interesse war gross, die Trainings waren immer ausgebucht.»

Die trainingswilligen Spieler leisteten einen finanziellen Beitrag, der Verband unterstützte das Projekt und den Rest hatte der TTC Siders zu übernehmen. Es wurde eigens ein Unterstützungsnachtessen auf die Beine gestellt, «das läuft relativ gut», kann Fabian Lenggenhager festhalten.

Viel zum Erfolg beigetragen hat die Tatsache, dass man einen Spieler gefunden hat, den der Vereinspräsident als «Perle» bezeichnet. Anthony Geminiani, mit der höchstmöglichen Klassierung von A20, gewann in dieser Saison alle seine Partien und führte sein Team zum 4. Zwischenrang. «Er ist ein toller Typ, unterstützt das Team, für uns ein echter Glücksfall», so Lenggenhager. Das hat eine kleine Begeisterung ausgelöst. «Wir spüren das auch bei den Zuschauern. Auf tiefem Niveau, klar. Aber hatten wir im letzten Jahr vielleicht zehn Zuschauer pro Heimspiel, waren es in dieser Saison doch immerhin 30, 35. Vor allem von umliegenden Klubs kamen Leute, um Geminiani zuzuschauen», so der Klubpräsident.

Geminiani könnte auch
in der NLA mithalten

Wie kommt man aber zu so einer Verstärkung? «Ein Spieler, der beim Gregor Kuonen Cup teilgenommen hat, hat ihn uns empfohlen, wir haben Kontakt aufgenommen, dann gings ziemlich schnell», erinnert sich Lenggenhager. Geminiani war äusserst talentiert. Mit 42 Jahren konzentriert er sich mittlerweile vermehrt aufs Coaching, ist in Frankreich aber immer noch etwa die Nummer 100. Das reicht, um in der Schweiz ganz vorne mitzuspielen. Lenggenhager schätzt, dass der Franzose auch in der NLA locker mithalten könnte. «Die Franzosen sind extrem stark, das spiegelt in etwa den krassen Leistungsunterschied von der Schweiz zum Nachbarland wider.»

In der Zwischenzeit ruht auch im Tischtennis der Spielbetrieb, wobei Lenggenhager hofft, dass die Saison noch zu Ende gespielt werden kann. Dafür brauchts noch zwei Wochenenden, «das müsste doch möglich sein».

Klar ist: Das Experiment mit einem ausländischen Verstärkungsspieler soll in Siders fortgesetzt werden. Wenn immer möglich mit Anthony Geminiani. «Erste Gespräche haben stattgefunden, es sieht gut aus. Aber es ist halt immer die Frage, wie er alles unter einen Hut bringen kann. Organisatorisch ist das schon eine Herausforderung», ist sich Fabian Lenggenhager bewusst.alb

Alban Albrecht

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