Super League | FC Sitten mit nur einem Sieg in den letzten zwölf Meisterschaftsspielen
Sitten ist in Lugano gefordert

Mit dem neuen Trainer Maurizio Jacobacci soll die triste Serie des FC Sitten in der Meisterschaft ein Ende finden.
Foto: Keystone
Obwohl erst eine Runde in der zweiten Super-League-Hälfte gespielt ist, ist die Anspannung schon an verschiedenen Orten gross. Sitten muss mit neuem Trainer in Lugano dringend punkten, aber auch das Direktduell St. Gallen gegen Zürich hat es in sich.
Am Dienstag hat Christian Constantin zum zweiten Mal in dieser Saison den Trainer gewechselt. Der Spanier Gabri musste Maurizio Jacobacci Platz machen. Der bisherige U21-Coach wird nicht viel Zeit bekommen, sich an sein neues Amt zu gewöhnen. Die Resultate dürfen nicht lange auf sich warten lassen, weil die Situation "extrem kritisch" ist, wie Constantin bedauerte. Sechs Punkte beträgt der Rückstand auf den Vorletzten FC Luzern.
Seit vier Partien wartet Sitten auf einen Punktgewinn, in den letzten zwölf Spielen sammelten die Walliser bloss sechs Punkte. Den letzten Auswärtssieg gab es Ende September - in Lugano, wo Constantin nach dem 2:1-Sieg brutal auf TV-Experte Rolf Fringer losging. Nun kehrt der FC Sitten ohne den gesperrten Constantin und mit kaum mehr Punkten an den Tatort zurück. Zumindest ein Remis ist nun fast Pflicht, denn bei einer Niederlage würde der FC Lugano, ein vermeintlicher Konkurrent im Abstiegskampf, mit elf Punkten Vorsprung davonziehen.
"Wir wären bereits mit einem Unentschieden zufrieden", sagte Luganos Trainer Pierluigi Tami, der neu auf den Ex-Basler Marc Janko zurückgreifen kann. Heimsiege gab es für den FC Lugano in dieser Saison ohnehin nicht viele. So stark der Europa-League-Teilnehmer auswärts auftritt, so enttäuschend verlaufen die meisten Spiele vor eigenem Anhang.
Trügerische Platzierungen
Mit Ausnahme von Basel und den Young Boys kann keine Mannschaft sicher sein, nicht noch in den Abstiegskampf gezogen zu werden. Der FC Luzern, der unter dem neuen Trainer Gerardo Seoane mit dem 2:1 gegen Lausanne gut in die Rückrunde gestartet ist, könnte sich mit einem Sieg bei den Grasshoppers am Sonntag Luft verschaffen.
Nur vermeintlich komfortabler ist die Lage von St. Gallen und dem FC Zürich. Die Tabellenposition - der FCSG ist Fünfter, der FCZ Dritter - ist trügerisch und bringt den momentan Formstand nicht zum Ausdruck. Die Zürcher, die als Aufsteiger nicht zuletzt dank einer starken Defensive nahezu perfekt in die Saison gestartet waren, befinden sich in einem Tief, das auch Auswirkungen auf die Stimmung innerhalb des Klubs haben soll.
Seit dem 3:1-Sieg in St. Gallen Anfang Dezember verlor der FCZ dreimal in Folge, zuletzt noch im alten Jahr mit 1:5 in Lausanne und zum Auftakt der Rückrunde daheim mit 2:4 gegen Thun. Von der einstigen defensiven Stabilität war in den letzten Spielen nicht mehr viel zu sehen. Beim FC St. Gallen ist die Abwehrarbeit seit Saisonbeginn ein Problem. Keine Mannschaft hat mehr Tore kassiert als die Ostschweizer. Nun kam letzte Woche bei den Young Boys (0:2) noch eine mutlose Offensive dazu. Sowohl Uli Forte beim FC Zürich als auch Giorgio Contini bei St. Gallen stehen unter Druck.
Basels Pflicht vor der Kür
Entspannter ist die Lage beim FC Basel, selbst wenn am letzten Wochenende der Rückstand auf die Young Boys, die am Sonntag in Lausanne antreten, auf fünf Punkte anwuchs. "Wir müssen jetzt nicht alles infrage stellen", beruhigte Raphael Wicky. Auf den FCB Coach kommen spannende Tage zu. Er muss vor der Kür am Dienstag in der Champions League gegen Manchester City die Pflicht in Thun am Samstag mit drei Punkten hinter sich bringen.
Die Chancen dazu stehen statistisch gesehen gut. Der letzte Thuner Heimsieg gegen den Meister liegt über fünf Jahre zurück. Im November 2012 gewannen die Berner Oberländer - damals noch mit Luca Zuffi in den eigenen Reihen - mit 3:2. Für die Basler trafen Rückkehrer Fabian Frei und Sportchef Marco Streller. Seither hat Thun in zehn Heimspielen gegen Basel sechsmal verloren.
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