Fussball | Pflichtaufgaben für das Spitzenduo
Seit 21 Jahren kein Meisterschaftssieg mehr in Bern

Mit dem FC Sitten am Ende der Super-League-Rangliste: Pajtim Kasami
Foto: Keystone
Leader Young Boys gegen Sitten, Meister Basel in Lausanne: Das Spitzenduo der Super League hat in der 23. Runde Pflichtaufgaben zu erfüllen. Im Fokus steht am Wochenende aber auch das Zürcher Derby mit dem Debüt von Ludovic Magnin als Trainer des FC Zürich.
Die Statistik sagt: Die Young Boys und der FC Basel haben am Samstag gegen den FC Sitten beziehungsweise in Lausanne nichts zu befürchten. Mehr als 21 Jahre ist es her, dass Sitten in Bern in einem Meisterschaftsspiel siegen konnte. Und immerhin mehr als 17 Jahre sind vergangen, seit Lausanne letztmals ein Heimspiel gegen Basel gewann.
Nun, in den Klubs beschäftigen sie sich weniger damit als mit dem, was in den letzten Wochen passierte. Und gerade diese jüngste Vergangenheit gefiel dem Basler Trainer Raphaël Wicky ganz und gar nicht. Drei von vier Pflichtspielen hat sein Team verloren seit der Winterpause, darunter die Heimspiele gegen Lugano und St. Gallen. "Es ist noch keine Krise, aber das flüssige Spiel fehlt, es ist vieles noch Bruchstück", sagte Wicky. Um die Wende herbeizuführen, habe er in dieser Woche "viele Gespräche geführt, mit den Spielern, dem Staff und der sportlichen Führung".
Mit acht Punkten Rückstand auf Leader Young Boys kann sich Basel keine Rückschläge mehr erlauben. Entsprechend angespannt ist die Situation. Das verdeutlicht auch die Tatsache, dass das Team entgegen der Gewohnheit bereits am Tag vor dem Spiel ins Waadtland gereist ist. Wicky: "Das Team muss sich als Kollektiv steigern."
Gegner Lausanne hat als einzige Mannschaft in der Rückrunde noch keinen Punkt geholt. Auffallend ist, wie schlecht die Westschweizer jeweils in die Spiele starten. Jedes Mal lagen sie schon im Verlaufe der ersten Halbzeit 0:2 im Rückstand. In Hektik verfallen sie in Lausanne deswegen noch nicht, auch wenn sie nach den Winter-Transfers (Fransson, Rapp, Zidane) einen anderen Start ins neue Jahre erwartet haben. Im letzten Sommer verlor Lausanne zwischen der 2. und 5. Runde vier Mal in Folge und steigerte sich danach zu einer Serie von sieben Spielen mit 15 Punkten.
Bei den Young Boys muss Trainer Adi Hütter vor dem Heimspiel gegen den Tabellenletzten FC Sitten den Cup-Halbfinal vom kommenden Dienstag gegen Basel aus den Hinterköpfen der Spieler bringen. Die Frage, ob er den einen oder anderen Spieler gegen Sitten schonen wird, liess der Österreicher unbeantwortet. "Im Herbst haben wir wochenlang alle drei Tage gespielt. Es ging trotzdem gut." Bei Sitten ist der Mittelfeldspieler Pajtim Kasami nach der Aussprache mit Präsident Christian Constantin und Trainer Maurizio Jacobacci womöglich wieder dabei - zumindest im Aufgebot steht der Zürcher.
"Der beste Taktiker der Liga"
Das Zürcher Derby vom Sonntag ist zumindest aus Sicht der Grasshoppers wohl nur der Aufgalopp zum Cup-Halbfinal drei Tage später, wenn es erneut gegen den FC Zürich geht. "Das Spiel vom Mittwoch ist fast wichtiger", gab Trainer Murat Yakin zu. Er muss in der Meisterschaft auf seinen gesperrten Spielmacher Marko Basic verzichten, liess aber durchblicken, dass er den Kroaten ohnehin geschont hätte. "So ist er im Cup fit.", sagte Yakin.
Für den neuen FCZ-Trainer Ludovic Magnin können die ersten Tage im neuen Amt - nach den zwei Derbys folgt das Spiel in der Super League gegen Meister Basel - nicht intensiv genug sein. "Ich bin ein Mann für die grossen Spiele", witzelte der 38-Jährige bei seiner Vorstellung. Dass er in den ersten zwei Partien gleich gegen seinen früheren Nationalteam-Kollegen Yakin antritt, ist für Magnin besonders reizvoll. "Murat ist der beste Taktiker der Liga. Mich mit ihm zu messen ist eine grosse Herausforderung." In den beiden weiteren Spielen vom Sonntag empfängt der FC Luzern den FC Thun und gastiert Lugano in St. Gallen.
In der Innerschweiz müssen beide Trainer ihren Angriff neu erfinden: Beim FCL sind Tom Juric und Shkelqim Demhasaj gesperrt, bei Thun fehlt der am Oberschenkel verletzte Dejan Sorgic, der eigentlich in die Fussstapfen des verkauften Simone Rapp treten sollte. St. Gallen strebt derweil gegen Lugano, das zuletzt vier Spiele ohne Gegentor gewann, den ersten Heimsieg der Ära Matthias Hüppi/Alain Sutter an. Schaffen die Ostschweizer die Tessiner Hürde, wären sie wieder auf einem Europacup-Platz klassiert.
Artikel
Kommentare
Noch kein Kommentar