OS18/Curling | Es bleibt spannend
Zwei Chancen vergeben - drei braucht es vielleicht nicht

Der Schweizer Skip Peter De Cruz während der Partie gegen die USA
Foto: Keystone
Die Schweizer Curler hatten zwei Chancen, um direkt in die Olympia-Halbfinals einzuziehen. Mit Niederlagen gegen Südkorea und die USA vergaben sie beide. Eine dritte Chance werden sie bekommen. Und vielleicht reicht es auch so zum direkten Weiterkommen.
Am Ende einer Round Robin im Curling geht oftmals das Rechnen los. Am Olympia-Turnier ist es nicht anders. Kanada, Grossbritannien, die Schweiz, Japan und die USA - diese fünf Teams balgen sich um drei Plätze in den Halbfinals, für die erst Schweden (einzige Niederlage gegen die Schweiz) fix qualifiziert ist.
Obwohl sie in den letzten Vorrundenspielen mit den beiden Niederlagen zwei "Matchsteine" vergeben haben, sieht es für Valentin Tanner, Skip Peter De Cruz, Claudio Pätz und Benoît Schwarz vom CC Genf immer noch gut aus. Es besteht sogar die nicht unrealistische Möglichkeit, dass die Schweizer mit ihrer Bilanz von 5:4 Siegen direkt weiterkommen, also ohne ein Entscheidungsspiel gegen eines der genannten Teams bestreiten zu müssen. Dies wäre dann der Fall, wenn sowohl die USA im direkten Duell mit Grossbritannien als auch Japan gegen das bisher unter seinem Wert geschlagene Südkorea verlieren.
Bei Punktgleichheit unter zwei oder mehr Teams werden die Direktbegegnungen herangezogen. Ergeben diese keinen Unterschied, wird auf die Gesamtrangliste des jeweils vor den Partien durchgeführten Draw-Spiels zurückgegriffen. In dieser Wertung sind die Schweizer Zweite hinter Schweden, also vor allen involvierten Teams. Daraus ergibt sich, dass die Schweiz im ungünstigsten Fall in ein sogenanntes Tiebreak, ein Entscheidungsspiel, verwiesen wird.
Wie es tatsächlich weitergeht, werden die Genfer am Mittwochvormittag Schweizer Zeit erfahren, wenn alle Teams die Vorrunde beendet haben werden.
Amerikas Skip mit Weltklasse-Quote
Die Amerikaner um Skip John Shuster, Dritte der WM 2016 in Basel, gelten als das launischste Team der Spitzenklasse. Im Match gegen die Schweiz zeigten sie sich von ihrer starken Seite, ähnlich wie bei ihrem Sieg gegen den Topfavoriten Kanada. Shuster brachte es auf die sagenhafte Erfolgsquote von 97 Prozent. Die Dominanz verwerteten die US-Curler mit dem ersten Dreierhaus der Partie, dank dem sie sich vor der Pause 4:2 in Führung brachten. Nach einem weiteren Dreier der USA im 7. End war für die Schweizer nichts mehr zu holen. Zuletzt hiess es 4:8.
Im Duell unter den Nummern 4 liess sich Benoît Schwarz von Shuster mit 76:97 Prozent an geglückten Versuchen deklassieren. Mit einem solchen Defizit auf der wichtigsten Position lässt sich ein Spiel kaum je gewinnen.
Die erste Chance auf den direkten Einzug in die Halbfinal hatten die Schweizer mit einer 7:8-Niederlage gegen Südkorea verpasst. Im 3. End fingen sie ein Viererhaus der Asiaten ein. Sie konnten es mit einem gestohlenen Dreier wettmachen. Die Vorentscheidung fiel im 8. End, als Südkorea einen Zweier zur neuerlichen Führung schrieb.
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