Ski alpin | Weltcup-Klassiker am Chuenisbärgli
Adelboden: Meillard nach 1. Lauf auf Rang drei

Auf Podestkurs. Der Unterwalliser Loïc Meillard fährt beim ersten Riesenslalom-Lauf von Adelboden auf den dritten Zwischenrang.
Foto: Keystone
Loïc Meillard befindet sich im Weltcup-Riesenslalom in Adelboden auf Podestkurs. Der Romand liegt nach dem ersten Lauf hinter dem überraschenden Italiener Luca De Aliprandini und dessen noch sensationellerem Teamkollegen Giovanni Borsotti auf Platz 3.
In den bisherigen drei Riesenslaloms des Winters war Meillard hinter den Erwartungen zurück geblieben. Nach dem Ausscheiden im zweiten Durchgang in Sölden belegte er in Beaver Creek und in Alta Badia die Plätze 16 und 12 - Klassierungen, die das Können in keiner Weise widerspiegeln.
Vor heimischem Publikum im Berner Oberland aber war Meillard bereit. Lediglich elf Hundertstel büsste er auf De Aliprandini ein und weckte damit grosse Hoffnungen zumindest auf den ersten Schweizer Podestplatz in einem Riesenslalom in Adelboden seit zwölf Jahren. Damals hatten Marc Berthod und Daniel Albrecht für einen Doppelerfolg gesorgt.
Meillard würde zudem für die erste Klassierung eines Riesenslalom-Fahrers von Swiss-Ski unter den ersten drei in diesem Winter sorgen. Das bisherige Bestergebnis lieferte Marco Odermatt mit Rang 5 in Alta Badia ab. Für den Nidwaldner war jenes Rennen allerdings eine bittere Erfahrung. Er erlitt im zweiten Lauf einen Aussenmeniskus-Riss im rechten Knie und ist am Chuenisbärgli nur Zuschauer.
Nicht nur Meillards Rückstand auf Di Aliprandini und dem mit der Nummer 53 gestarteten Borsotti, der vier Hundertstel auf seinen Teamkollegen einbüsste, ist gering. Meillard spürt seinerseits auch die nächstrangierten Konkurrenten im Nacken. Der Franzose Mathieu Faivre und der verblüffende Kanadier Erik Read liegen als gemeinsame Vierte nur zwei Hundertstel hinter ihm zurück.
Der zweite grosse Lichtblick in der Schweizer Equipe war Daniele Sette. Der Bündner, der den Skirennsport während vielen Jahren auf eigene Rechnung betrieben hat und nun als B-Kader-Fahrer erstmals einer Mannschaft von Swiss-Ski angehört, stiess mit Startnummer 51 auf Platz 13 vor. Sette bestreitet erst sein viertes Weltcup-Rennen.
Drittbester Schweizer ist Cédric Noger. Der Toggenburger, dem die ersten drei Riesenslaloms ebenfalls nicht nach Wunsch gelungen waren, liegt auf Platz 19. Der durch eine Grippe geschwächte Justin Murisier büsste 1,24 Sekunden auf Di Aliprandinis Bestzeit ein. In dem von sehr geringen zeitlichen Abständen geprägten ersten Durchgang, in dem nicht weniger als 19 Fahrer innerhalb einer Sekunde liegen, reichte dies zu Platz 24.
Grosser Pechvogel im Schweizer Team war Gino Caviezel. Der Bündner, in Sölden und in Beaver Creek als Neunter bester Schweizer, schied wenige Tore vor dem Ziel auf dem Weg zur Bestzeit aus. Zu jenen Fahrern, die nicht ins Ziel kamen, gehörten auch Thomas Tumler und Elia Zurbriggen. Pierre Bugnard und Daniele Sette verpassten die Qualifikation für den zweiten Lauf.
De Aliprandini fühlt sich in Adelboden besonders wohl. Der Freund von Michelle Gisin, realisierte seine erste Führungsposition in einem Weltcup-Rennen auf jenem Hang, auf dem er sein bisheriges Bestresultat schaffte. Vor zwei Jahren war er Vierter geworden. Borsotti weist als persönliches Highlight Platz 6 im Riesenslalom im Dezember 2015 in Val d'Isère aus.
Artikel
Kommentare
Noch kein Kommentar