Wirtschaft | Betroffene Unternehmen können Kredite von höchstens 10 Prozent des Jahresumsatzes beantragen

Überbrückungskredite für Unternehmen ab Donnerstag

Bis zu 500
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Bis zu 500'000 Franken werden Kredite unbürokratisch innert kurzer Frist ausbezahlt und zu 100 Prozent vom Bund abgesichert.
Foto: Keystone

Quelle: SDA 1

Der Bund greift Unternehmen mit Liquiditätsproblemen mit 20 Milliarden Franken unter die Arme. Am Mittwoch hat der Bundesrat die Details dazu geregelt.

Dank der Überbrückungskrediten sollen Unternehmen ausreichend Liquidität zur Verfügung haben, damit sie trotz Corona-bedingten Umsatzeinbussen ihre laufenden Fixkosten decken können. Das schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung.

Betroffene Unternehmen können diese im Umfang von höchstens 10 Prozent des Jahresumsatzes und maximal 20 Millionen Franken von ihrer Hausbank beantragen. Gewisse Minimalkriterien sind zu erfüllen. Insbesondere müssen die Unternehmen erklären, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie wesentliche Umsatzeinbussen erleiden.

Bis zu 500'000 Franken werden Kredite unbürokratisch innert kurzer Frist ausbezahlt und zu 100 Prozent vom Bund abgesichert. Darauf wird kein Zins erhoben. Höhere Überbrückungskredite werden zu 85 Prozent vom Bund abgesichert, die Bank beteiligt sich mit 15 Prozent. Bei diesen Krediten beträgt der Zinssatz aktuell 0,5 Prozent. Nicht von Überbrückungshilfen profitieren Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen Franken.

Für KMU, die nur über eine Kontoverbindung bei PostFinance verfügen, hat der Bundesrat eine spezielle Regelung getroffen: Er ermöglicht der PostFinance, ihren bestehenden Firmenkunden unbürokratischen Zugang zu Krediten bis 500'000 Franken zur Verfügung zu stellen. Dies stelle keine Entbindung der PostFinance vom Kreditvergabeverbot dar, sondern eine zeitlich begrenzte Massnahme im Rahmen dieses Programms, schreibt der Bundesrat.

Kredite sind ab morgen Donnerstag verfügbar. Die Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte hat den dafür nötigen Verpflichtungskredit von 20 Milliarden Franken bereits genehmigt. Die Finanzmarktaufsicht FINMA und die Schweizerische Nationalbank SNB unterstützen das Liquiditätspaket des Bundesrats und rollen ihrerseits weitere Massnahmen aus.

Neben den Überbrückungshilfen hatte der Bundesrat am Freitag weitere Massnahmen beschlossen. Dazu gehören die Ausweitung der Kurzarbeitsentschädigung und der Covid-Erwerbsersatz zur Deckung der Lohnkosten.


NACHRICHTENÜBERBLICK NATIONAL

Maurer: Missbrauch der Notkredite «praktisch ausgeschlossen»

Laut Finanzminister Ueli Maurer ist die Hilfe für Not leidende Unternehmen ab Donnerstag bereit. Das sei vor allem dem ausserordentlichen Engagement der 300 Schweizer Banken zu verdanken. Einen Missbrauch von Krediten hält Maurer für "praktisch ausgeschlossen".

"Leute, die ihr ganzes Vermögen in die eigene Firma gesteckt haben, ziehen den Staat nicht über den Tisch", zeigte sich der Finanzminister am Mittwoch vor den Bundeshausmedien überzeugt. Jeder Gesuchsteller versichere zudem mit seiner Unterschrift, dass er bei Falschabgaben hafte. Bei Missbrauch drohe eine Busse bis zu 100'000 Franken.

Ab Donnerstag erhalten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Beträgen bis 500'000 Franken den Kredit zinslos und ohne Gebühren übermittelt, wie Maurer ausführte. Das gelte auch für ganz junge Firmen, deren Umsatz bei einem Gesuch geschätzt würde.

"Wir leben in ausserordentlichen Zeiten", sagte Maurer. Er erhalte täglich Zuschriften von Bürgern und Kantonen. "Es ist einfach schön, wie sich die Leute beteiligen und engagieren." Die Notlösung sei nur durch die Solidarität aller zustande gekommen.

Alle Beteiligten hätten in den vergangenen Tagen "im 18-Stunden-Rhythmus" gearbeitet, sagte Maurer. Deshalb sei er überzeugt, dass morgen alles funktioniere. "Bis zu 2000 Personen werden am Donnerstag das Geschäft ausführen."

Der Bundesrat sei sich bewusst, dass das vorliegende Paket nicht das Ende der Fahnenstange sei, sagte Maurer. Auf dem Radar seien auch die Anliegen der grösseren Unternehmen. Weitere Massnahmen würden Schritt für Schritt geprüft.


Betriebe können Kredite in 5 bis 7 Jahren zurückzahlen

Betriebe können vom Bund verbürgte und der Nationalbank abgesicherten Kredite in fünf bis sieben Jahren zurückzahlen. Banken haben einen Ermessensspielraum bei der Vergabe.

Betriebe mit einem Jahresumsatz von unter 5 Millionen Franken müssen bei ihrer Hausbank keine weiteren Sicherheiten hinterlegen, erklärten Experten von Banken und Bund am Mittwoch vor den Medien in Bern. Für die "Kleinen" genügen die Bürgschaft des Bundes respektive die an die Schweizerische Nationalbank (SNB) übertragene Sicherheit.

Für grössere Betriebe können die Banken zusätzliche Sicherheiten verlangen, müssen aber nicht. Die Rückzahlungsfrist beträgt fünf bis sieben Jahre, wobei die Betriebe das Geld auch früher zurückzahlen können und so finanziell profitieren.

Finanzminister Ueli Maurer schloss nicht aus, dass der Bund am Schluss den einen oder anderen Kredit abschreiben muss. Das werde jedoch erst die Zukunft zeigen.


Finma begrüsst Massnahmenpaket des Bundesrates

Finma-Direktor Mark Branson hat sich am Mittwoch vor den Medien in Bern klar hinter das Massnahmenpaket des Bundesrates für die Coronakrise gestellt. Dieses garantiere, dass Banken mit geringem Risiko schnell Kredite vergeben können.

Mit der Senkung des antizyklischen Kapitalpuffers für den Immobilienmarkt durch die SNB würden 6 Milliarden Franken frei, die nun an anderer Stelle eingesetzt werden könnten. Insgesamt würden die Massnahmen Betriebskapital und Liquiditätspuffer für Banken und Versicherungen schaffen.

Die Finma selber habe beschlossen, den Banken bedeutende Ausnahmen vom Leveral-Definition zu gewähren. Die Guthaben bei den Zentralbanken würden nicht mehr miteinbezogen. Dies stelle 20 Milliarden frei zur Finanzierung der Realwirtschaft.

Die Finma habe die Finanzinstitute zu einer umsichtigen Ausschüttungspolitik aufgerufen. Zudem seien die Unternehmen aufgefordert, ihre Aktienrückkaufprogramme und Dividendenzahlungen zu sistieren. So könne die Robustheit der Finanzdienste beibehalten werden.


Maurer: «Wir müssen uns das leisten»

Auch wenn das Ende der Coronakrise noch nicht absehbar sei, werde der Bund die Wirtschaft bis auf weiteres in Schwung halten, versicherte Finanzminister Ueli Maurer am Mittwoch vor den Bundeshausmedien. "Wir müssen uns das leisten."

Wo die Bundesfinanzen am Ende stünden, sei unklar, sagte Maurer. Er gehe aber davon aus, dass der Bund die Finanzhilfen bei gleichbleibender Situation weiterführen müsse. "Wir versuchen, die Durststrecke zu überbrücken und den Finanzplatz nicht mit dem Virus zu infizieren."

Der Bund habe mit der Notverordnung das kleinere Übel gewählt, sagte Maurer. "Wir wollen zehntausende Arbeitslose unbedingt verhindern."

Maurer wehrte sich weiter gegen Kritik, dass die Banken mit den verhandelten Bedingungen sogar von der Coronakrise profitieren könnten. "Ich glaube nicht, dass die Banken unter dem Strich ein Geschäft machen", sagte Maurer. Sie würden eher Geld bringen als verdienen.


Monatlich 600 Millionen zusätzlich für Arbeitnehmende​

Der Bundesrat hat am Mittwoch weitere Massnahmen beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu lindern. Die Kosten für die Arbeitslosenversicherung belaufen sich auf schätzungsweise 600 Millionen Franken pro Monat.

Die Situation sei schwierig und noch längst seien nicht alle Fragen gelöst, sagte Volkswirtschaftsminister Guy Parmelin vor den Bundeshausmedien. Er versicherte aber: "Hilfe kommt!". Der Bundesrat tue alles, damit das Land nach der Krise wieder neu starten könne. "Wir brauchen Geduld, Zuversicht und Solidarität", mahnte Parmelin.

Die neuen Massnahmen betreffen vor allem die Arbeitnehmenden. Alle Personen, die derzeit Unterstützung der Arbeitslosenversicherung beziehen, erhalten zusätzlich 120 "Krisentaggelder". Damit wolle der Bundesrat vermeiden, dass Arbeitslose mitten in der Krise ausgesteuert würden, sagte Parmelin.

Heute werden zwischen 90 und 520 Taggelder ausgezahlt, je nach Alter, Beitragsdauer und Unterhaltspflichten. Die Rahmenfrist für den Bezug von Arbeitslosengeld wird um 2 Jahre verlängert, sofern der vollständige Bezug in der laufenden Rahmenfrist nicht möglich ist.

Weiter hat der Bundesrat die Bewilligungsdauer für Kurzarbeit von 3 auf 6 Monate verlängert. Damit könne die Anzahl Gesuche minimiert und somit das Bewilligungsverfahren beschleunigt werden, sagte Parmelin. Die Frist zur Voranmeldung für Kurzarbeit wird aufgehoben.

Um die kantonalen Behörden zu entlasten, müssen Stellensuchende vorläufig keine Nachweise mehr einreichen, dass sie sich um eine Stelle bemüht haben. Diese müssen aber später nachgereicht werden. Beratungs- und Kontrollgespräche werden telefonisch geführt.

Die Stellenmeldepflicht wird vorläufig aufgehoben. Damit solle die Rekrutierung erleichtert werden, insbesondere im Gesundheitswesen, in der Pharmabranche, in der Landwirtschaft oder der Logistik.

Der Bundesrat hat auch die Pauschale für arbeitgeberähnliche Angestellte präzisiert. Dieser erhalten 3320 Franken für eine Vollzeitstelle. Die Pauschale wird nicht auf 80 Prozent gekürzt wie sonst bei der Kurzarbeitsentschädigung.

Vergangene Woche hatte der Bundesrat die Arbeitszeitbeschränkung für medizinisches Personal aufgehoben. Dieses habe laut Parmelin aber vollen Anspruch auf Entschädigung und Zuschläge. Auch die Gesundheit der Angestellten müsse geschützt werden. "Sie dürfen auf keinen Fall wegen Arbeitsüberlastung krank werden."


Nationalbank stärkt mit zusätzlichen Massnahmen Banken-Liquidität

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Finanzmarktaufsicht (Finma) stärken mit verschiedenen Massnahmen die Liquidität der Banken und halten damit die Wirtschaft während der Coronakrise am Laufen.

SNB-Präsident Thomas Jordan sprach am Mittwoch vor den Medien von enormen Herausforderungen. Die Massnahmen der SNB ergänzten jene des Bundes- Die Geldpolitik sei komplementär zu den Fiskalmassnahmen der öffentlichen Hand zu verstehen.

Die SNB habe eine sogenannte CRF beschlossen (SNB-Covid-19-Refinanzierungsfazilität). Diese ziele darauf ab, die Kreditversorgung der Wirtschaft und der Banken zu stärken, Das neue Instrument sei unlimitiert und ab Donnerstag verfügbar. die Kreditvergabe könne rasch rasch und in grossem Umfang ausgedehnt werden. Als Zins gilt -0,75 Prozent.

Mit der Verbürgung der Kredite durch den Bund und der Refinanzierung der SNB könne die Blockade gebrochen werden und das Geld rasch zu den richtigen Unternehmen fliessen. Die Kreditvergabe der Banken werde über die nächsten Wochen eine zentrale Rolle spielen, sagte Jordan.

Zudem habe die SNB beschlossen den antizyklischen Kapitalpuffer für den Immobilienmarkt zu deaktivieren. So könnten die Risiken für die Hypothekarvergabe minimiert werden. Mit verstärkten Interventionen auf dem Devisenmarkt werde man ebenfalls Schaden von der Wirtschaft abwenden.


Banken bereiten sich auf maximalen Ansturm vor

Bankenvertreter loben die schnelle Nothilfe des Bundes für KMU. Die Geldinstitute seien gerüstet, die zahlreichen Kredite ab Donnerstag auszuzahlen. "Wir bereiten uns auf den maximalen Ansturm vor", sagte André Helfenstein, Chef der Swiss Universal Bank der Credit Suisse.

Es stünden rund hundert Angestellte zusätzlich zur Verfügung, um die Anträge der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu prüfen und schnellstmöglich abzuwickeln. Alles solle "einfach und unkompliziert" passieren.

"Wir sind stolz, einen Beitrag zur Bewältigung dieser Krise leisten zu dürfen", sagte Helfenstein am Mittwoch vor den Bundeshausmedien. Bei der bundesrätlichen Verordnung handle es sich um ein "schlagkräftiges Paket, das die negativen Auswirkungen für die Firmen so gut es geht in Grenzen hält".

Dass von der Idee zur praktischen Lösung nur zehn Tage verstrichen seien, sei einzigartig, sagte Helfenstein. "Das gibt es nur in der Schweiz."

Liquidität sicherstellen

Er habe viele Krisen miterlebt, sagte Martin Scholl, Vorsitzender der Generaldirektion der Zürcher Kantonalbank. "Was für heute erleben, übertrifft aber alles." Ankündigungen gebe es rund um den Globus viele. Der Bund habe versprochen, dass er liefert, und er habe es getan.

Wichtig sei, dass nun Gelder flössen und die Löhne bezahlt werden könnten. "Alle haben nur ein Interesse: die Liquidität sicherzustellen." Das gewählte Vorgehen des Bundes, das Einschalten der Banken in diesem Prozess, sei "sinnvoll und richtig".

Kinderkrankheiten erwartet

Scholl sagte, dass einige Banken bei der Auszahlung mit Startschwierigkeiten kämpfen würden. Das sei aber "nicht schlechter Wille oder eine Verweigerungshaltung". Das Ganze werde sich in einigen Tagen einspielen.

Das Ziel sei, dass bestehende Kunden die Kredite innert dreissig Minuten erhielten, Neukunden innerhalb eines Tages.


Einreise in die Schweiz wird weiter eingeschränkt

Die Schweiz schottet sich im Personenverkehr mit dem Ausland weiter ab: Ab Mitternacht ist die Einreise nur noch Schweizer Bürgern erlaubt, sowie Personen mit einer Aufenthalts- oder einer Grenzgängerbewilligung.

Bisher waren nur Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich und Spanien sowie alle Nicht-Schengen-Staaten von diesen Einreisebeschränkungen betroffen. Durch die Ausweitung der Massnahmen auf die verbleibenden Schengen-Staaten unterlägen nun alle Flüge aus dem Ausland denselben Einreisekontrollen, teilte das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) am Mittwoch mit.

Verboten sind damit sämtliche Einreisen von Dienstleistungsempfängern, Touristen, Besuchern, Teilnehmern von Veranstaltungen, zur medizinischen Behandlung oder zur Stellensuche. Ausnahmen gibt es für Personen, die aus beruflichen Gründen einreisen müssten. Gemäss Weisung gehören dazu zum Beispiel Spezialistinnen und Spezialisten im Gesundheitsbereich oder offizielle Besucher.

Weiterhin einreisen dürfen in speziellen Situationen auch visumspflichtige Familienangehörige von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern mit einem Anwesenheitsrecht in der Schweiz und Menschen, die sich in einer Situation "absoluter Notwendigkeit" befinden.

Schutz der Schweizer Bevölkerung

Durch die Verschärfung solle der Schutz der Schweizer Bevölkerung vor dem Coronavirus weiter verstärkt werden, hiess es. Ausserdem sollen so die Kapazitäten im Schweizer Gesundheitswesen aufrecht erhalten werden. Personen aus Liechtenstein sind von den Massnahmen ausgenommen. Auch der Transit- und Warenverkehr ist nicht betroffen.

Einreisen an den Schengen-Aussengrenzen sind mit wenigen Ausnahmen bereits verboten. Grundsätzlich stellt die Schweiz in sämtlichen Drittstaaten bis am 15. Juni keine Schengen-Visa mehr aus. Auch nationale Visa werden nur noch in Ausnahmefällen erteilt.

Die zuständigen EU-Behörden seien über den Schritt informiert worden, hiess es weiter. Gemäss dem Freizügigkeitsabkommen seien die Schengen-Staaten berechtigt, die Personenfreizügigkeit aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit einzuschränken.


Bundesrat beschränkt Ausfuhr von Schutzausrüstung

Medizinische Schutzausrüstung darf ab Donnerstag nur noch mit Bewilligung aus der Schweiz ausgeführt werden. Das hat der Bundesrat beschlossen. Eine Ausnahme gilt für EU- und Efta-Staaten - sofern diese Gegenrecht gewähren.

Wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus habe der Bedarf an Schutzausrüstung in der Schweiz drastisch zugenommen, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Verfügbarkeit von Masken, Untersuchungshandschuhen, Schutzbrillen, Überwürfen und weiterem Material sei unabdingbar, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Die Bewilligungspflicht deckt sich nach Angaben des Bundesrats weitgehend mit jener der EU. Diese hat die Efta-Staaten von ihrer Ausfuhrbewilligungspflicht ausgenommen. Der Bundesrat hat für diese Länder nun ebenfalls eine Ausnahme eingeführt, soweit diese Länder auch die Schweiz von einer entsprechenden Bewilligungspflicht ausnehmen.

Die Schweizer Behörden kämpfen seit Wochen und die Freigabe von Lieferungen mit Schutzausrüstung, die in den Nachbarländern blockiert sind. Die EU hat diese zwar angewiesen, die Sendungen freizugeben. Trotzdem sind nach wie vor Lieferungen mit dringend benötigter Schutzausrüstung in Frankreich und Deutschland blockiert.


Coop Onlineshop kämpft mit Lieferengpässen

Der Onlineshop von Coop hat zur Zeit aufgrund der hohen Nachfrage mit einer grossen Knappheit an Lieferterminen zu kämpfen. Laut einer Mitteilung von coop@home an Kunden vom Mittwoch sind in verschiedenen Regionen die Liefertermine für mehrere Tage teilweise oder vollständig ausgebucht.

Man arbeite intensiv daran, die Kapazitäten noch weiter zu erhöhen, heisst es in der Nachricht an die Kundschaft. Obwohl der Lieferdienst von Coop jeden Tag neue Liefertermine freischalte, könne es zu Verzögerungen kommen.

Der Detailhändler bittet daher Kunden, die zurzeit keinen freien Liefertermin finden, zu einem späteren Zeitpunkt zu versuchen, einen Liefertermin zu erhalten. Aufgrund der engen Kapazitäten sei es zudem momentan nicht mehr möglich nachträglich die Bestellungen zu ändern.

Kundendienst ebenfalls betroffen

Infolge der hohen Nachfrage erhalte ausserdem auch der Kundendienst von coop@home sehr viele Anfragen. Dies führe zu längeren Wartezeiten am Telefon sowie zu Verzögerungen bei der Beantwortung von E-Mail-Anfragen.

Wie bereits bekannt, kann aufgrund der grossen Nachfrage die bestellte Ware auch nicht Mehr im Laden abgeholt werden. Die Option "Pick-up" in den Coop-Filialen könne erst wieder angeboten werden, wenn die notwendigen Kapazitäten wieder vorhanden seien, hiess es dazu.

Auch verweist der Detailhändler nochmals darauf, dass zum Schutz der Kundschaft sowie der Mitarbeitenden die Rechnungen des Lieferdienstes möglichst per Kartenzahlung oder Rechnung erledigt werden sollten.

"Le Shop" von Migros auch am Anschlag

Auch die Konkurrenz arbeitet derweil auf Hochtouren, um die Bestellungen abzuarbeiten. Fast alle Lieferfenster seien momentan ausgebucht, heisst es etwa auf der Internetseite von "Le Shop", dem Heimlieferdienst der Migros.


28 Mitglieder des Ständerats beantragen ausserordentliche Session

Schon in drei Wochen könnten die eidgenössischen Räte an einer ausserordentlichen Session tagen. 28 Mitglieder des Ständerats haben eine solche beantragt, wie es in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben heisst. Die Ratsbüros entscheiden am Donnerstag.

Neben dem Bundesrat beantragt nun eine überparteiliche Allianz die Einberufung einer ausserordentlichen Session der Räte. Beratungsgegenstand wäre ausschliesslich die Coronakrise, insbesondere Entwürfe des Bundesrates oder einer Kommission zu einem Erlass.

Wann und wo eine solche Session stattfinden könnte, ist noch unklar. Die Suche nach einem Standort, wo die Hygiene- und Abstandsregeln des Bundes eingehalten werden könnten, ist im Gang.

Das Datum sei so festzusetzen, dass eine geordnete Vorberatung durch die Kommissionen möglich ist und die Räte anschliessend unter Berücksichtigung der hygienischen und logistischen Auflagen geordnet zusammentreten können, heisst es im ständerätlichen Antrag. Vorzugsweise sei die vorgesehene Sondersession vom 4. bis 8. Mai durch eine ausserordentliche Session zu ersetzen.

"In der herrschenden ausserordentlichen Notlage soll das Parlament seinen verfassungsmässigen Beitrag zur Überwindung der Krise leisten", begründen die Ständeräte ihren Antrag.


Zürcher Frauenhaus wegen Coronafall geschlossen

Ein wichtiger Zufluchtsort für Opfer von häuslicher Gewalt ist vorübergehend geschlossen: Eine Bewohnerin des Frauenhauses Violetta in Zürich ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit wird das Frauenhaus zur Quarantäne-Station.

"In den nächsten 14 Tagen können keine neuen Frauen bei uns eintreten. So lange dauert die Quarantäne", teilte die Geschäftsleiterin Susan A. Peter am Mittwoch auf Anfrage mit. Sie bestätigte damit eine Meldung von CH Media. Das Frauenhaus bietet 24 Plätze.

Die erkrankte Bewohnerin müsse in ihrem Zimmer bleiben. Kommuniziert werde nur durch die Türe, so Peter weiter. Alle Mitarbeiterinnen und alle Bewohnerinnen und Kinder müssten zudem Schutzmasken tragen und andere Schutzmassnahmen rigoros umsetzen. In zwei Wochen wisse man dann, ob es weitere Ansteckungen gebe.

Das Frauenhaus kann Opfer von häuslicher Gewalt vorerst nur per Telefon beraten. "Wir versuchen, diese Beratung so lange wie möglich aufrecht zu halten", so Peter weiter. Für einen Schutzplatz muss das Frauenhaus die Anruferinnen aber an andere Institutionen weiterverweisen.

Schliessung zum schlechtesten Zeitpunkt

Die Schliessung des Frauenhauses Violetta kommt zum schlechtesten Zeitpunkt. Die Behörden rechnen damit, dass die Fälle von häuslicher Gewalt in nächster Zeit ohnehin deutlich steigen, weil die Familien mehr Zeit zuhause verbringen müssen und Spannungen zunehmen.

Ab kommender Woche soll es im Kanton Zürich aber neue Plätze für Opfer von häuslicher Gewalt geben. Der Kanton kündigte Anfang dieser Woche an, diese vollumfänglich zu finanzieren.


Drei weitere Covid-19-Todesfälle in Basel-Stadt

Der Kanton Basel-Stadt verzeichnete von Dienstag auf Mittwoch drei neue Todesfälle als Folge einer Coronavirus-Infektion. Damit ist die Zahl der Verstorbenen im Kanton auf acht angestiegen.

Bei allen Verstorbenen handle es sich um Personen aus den bekannten Risikogruppen, teilte das Basler Gesundheitsdepartement am Mittwoch mit. Gestorben seien ein 66- und ein 73-jähriger Patient sowie eine 100-jährige Patientin.

Am Mittwoch verzeichnete das Gesundheitsdepartement 466 Fälle von positiv getesteten Menschen mit Wohnsitz im Kanton. Das sind 52 mehr als noch am Vortag. 58 befänden sich in Spitalpflege, 128 Erkrankte seien inzwischen wieder genesen.


929 Fälle mehr innert 24 Stunden - 9765 Fälle

Die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen in der Schweiz steigt weiter zügig an: Am Mittwochmittag gab es bereits 9765 bestätigte Fälle, das sind 929 mehr als noch vor 24 Stunden, wie Gesundheitsminister Alain Berset vor den Bundeshausmedien sagte.

Berset sprach von einem "erwarteten Anstieg". Es sei "keine Explosion". Die von Bundesrat verordneten Massnahmen würden gut respektiert. "Das ist nicht selbstverständlich." Es brauche aber weiter die Ausdauer der Bevölkerung, um die Krise bewältigen zu können. "Es ist kein 100-Meter-lauf, es ist ein Marathon."

Keine Angaben machte Berset zur Zahl der am Coronavirus verstorbenen Personen. Gemäss einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gestützt auf die Angaben der Kantone waren bis am Mittwochmittag 150 Todesopfer gemeldet worden.

Viele Tests

Berset lobte die "hervorragende Zusammenarbeit im gesamten Land". Obwohl sich die Lage von Kanton zu Kanton unterscheide, zögen alle am gleichen Strick. Es gebe "permanente Kontakte" zwischen dem Bund und den Kantonen. Die Schweiz funktioniere weiter, einfach etwas langsamer.

"Wir werden bald die Zahl von 10'000 Tests pro 1 Million Einwohner erreichen", sagte Berset. Damit gehöre die Schweiz zu einem der Länder, wo am meisten getestet werde. Er konterte damit die Kritik von verschiedenen Epidemiologen, wonach die Schweiz zu wenig teste. "Wir werden noch weitergehen."


Zweites Aargauer Regierungsmitglied positiv getestet

Nach Urs Hofmann ist mit Markus Dieth ein zweites Mitglied der Aargauer Regierung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Regierungstätigkeit wird auf digitalem Weg aufrechterhalten.

Dieth befindet sich ab sofort zuhause in Selbstisolation. Positiv getestet wurde am Dienstag auch Regierungssprecher Peter Buri. Auch er befindet sich zuhause in Selbstisolation. Es geht den Betroffenen gesundheitlich den Umständen entsprechend gut, wie die Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte.

Die drei anderen Aargauer Regierungsräte Stephan Attiger, Alex Hürzeler und Jean-Pierre Gallati arbeiten teilweise von zuhause aus im Homeoffice oder dann vor Ort unter strikter Einhaltung der Verhaltensempfehlungen des Kantonsärztlichen Dienstes sowie des Bundesamts für Gesundheit.

Der Regierungsrat führte seine Sitzung am Mittwochvormittag als Telefonkonferenz durch. Sie fand in Vollbesetzung unter Leitung von Landammann Markus Dieth statt.

Die entsprechende Infrastruktur für die digitale Durchführung von Regierungssitzungen beziehungsweise die Aufrechterhaltung der Regierungsgeschäftsführung wurde vor ein paar Wochen aufgebaut und nun aktiviert.


Lindt & Sprüngli spendet Glückskette 1 Million Franken

Im Kampf gegen das Coronavirus spendet Lindt & Sprüngli 1 Million Franken an die Glückskette. Damit sollen Menschen unterstützt werden, die von den gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus am schlimmsten betroffen sind, wie der Schokoladenhersteller am Mittwoch mitteilte.

Lindt & Sprüngli wolle als Unternehmen einen Beitrag für den ausserordentlichen Einsatz gegen das Coronavirus leisten. Den Betrag werde die Schweizer Solidaritätsorganisation für die Sofort- und Sozialhilfe in der ganzen Schweiz einsetzen. Gemeinsam mit Experten werde entschieden, wer die Spende erhalte, damit sie bei den Menschen in der Schweiz ankomme, die sich in einer besonderen Notlage befänden, hiess es weiter.

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