Rettungswesen | Knochenbrüche, Kreuzbandrisse oder Gehirnerschütterungen
Air Zermatt während Sportferien zu total 141 Einsätzen aufgeboten

Drehscheibe. Ein Rettungshelikopter der Air Zermatt auf dem Dach des Spital Visp. Vor allem während Schulferien herrscht auf dem Dach Hochbetrieb.
Foto: mengis media / Andrea Soltermann
Raron/Zermatt | Die Rettungshelikopter der Air Zermatt wurden in diesen Sportferien weniger oft aufgeboten als im Vorjahr. Das hängt in erster Linie mit dem schlechteren Wetter zusammen.
Das Muster ist bekannt. Sind die Feriendestinationen ausgelastet und die Pisten rege besucht, steigt auch der Arbeitsaufwand der Air Zermatt deutlich an. Das ist vor allem an Weihnachten und Neujahr der Fall, wenn sämtliche Kantone ihre Schüler gleichzeitig in die Ferien schicken.
Gefragt sind die Dienste der Bergretter aber auch während der Sportferien im Februar. Im Oberwallis fielen diese auf die Tage vom 22. Februar bis zum 8. März.
Im Vorjahr waren es rund 70 Heli-Einsätze mehr
Wie sieht nun die Bilanz für diese zwei Wochen aus? Philipp Venetz, ärztlicher Leiter des Flugunternehmens, zeigt auf: «Die Air Zermatt mit ihren Helikoptern wurde zu insgesamt 141 Einsätzen aufgeboten. Dazu kommen 110 Einsätze mit der Ambulanz.» Das heisst: Für die Rettungscrews standen pro Tag durchschnittlich neun Helikoptereinsätze an. Das tönt nach viel, ist aber im Vergleich zu den Sportferien 2019 weniger. Denn vor einem Jahr zählten die Retter 214 Einsätze mit dem Helikopter und 93 mit der Ambulanz. Die Gründe für die etwas «ruhigeren» Sportferien in diesem Jahr sind klar. «Die Abnahme bei den Einsatzzahlen der Helikopter im Vergleich zum Vorjahr ist in erster Linie witterungsbedingt», erklärt Venetz. «Es gab 2020 einige Schlechtwettertage während der Sportferien, an welchen das Einsatzaufkommen jeweils deutlich geringer ist.»
Patientin während Flug mehrfach wiederbelebt
Die Einsätze hätten in erster Linie mittelschwer verletzte Schneesportler betroffen, blickt Venetz zurück. «Vor allem Ski- und Snowboardfahrer.» Aber auch wenn die Bergretter häufig mit ähnlichen Verletzungsmustern konfrontiert sind, können sie sich Routine nicht leisten. Jeder Einsatz ist speziell. Venetz nennt ein Beispiel aus den vergangenen Sportferien. «Eine akut erkrankte Schneesportlerin erlitt kurz nach Eintreffen der Helikopter-Crew einen Herzkreislaufstillstand und musste sowohl vor Ort wie auch auf dem Flug ins Spital mehrfach wiederbelebt werden.» Und weiter: «Dank der kurzen Interventionszeit und des raschen Transports ins Zielspital konnte die Frau in stabilem Zustand an die weiterbehandelnden Kollegen übergeben werden.»
Drei Heliports und 75 Mitarbeitende
Für die zahlreichen Rettungseinsätze stehen der Air Zermatt drei Heliports zur Verfügung. Die Standorte heissen Zermatt, Raron und Gampel. Zehn Helikopter zählt das 1968 gegründete Unternehmen, das künftig bei der Air-Glaciers als Aktionärin einsteigen und dort eine bestimmende Mehrheit übernehmen will. 75 Mitarbeitende sorgen bei der Air Zermatt für einen reibungslosen Betrieb. Es sind Piloten, Rettungs- und Transportsanitäter, Flughelfer, Mechaniker, Einsatzleiter und Angestellte in der Administration.
Matthias Summermatter
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