Migration | Ein libysch beflaggtes Schiff hätte die Rettung behindert, es seien auch Schüsse abgeben worden

Rettungsschiff «Alan Kurdi» nimmt Migranten vor Libyen auf

In Italien waren seit der landesweiten Corona-Ausgangssperren weniger Migranten angekommen (Archivbild: privates Rettungsschiff «Alan Kurdi»)
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In Italien waren seit der landesweiten Corona-Ausgangssperren weniger Migranten angekommen (Archivbild: privates Rettungsschiff «Alan Kurdi»)
Foto: Keystone

Quelle: SDA 1

Das deutsche Rettungsschiff «Alan Kurdi» hat mitten in der Corona-Krise vor Libyen 68 Migranten aufgenommen. Der Alarmruf sei am Montag eingegangen, erklärte die Hilfsorganisation Sea-Eye. Die Menschen hättem in einem Holzboot ohne Rettungswesten gesessen.

Ein libysch beflaggtes Schiff hätte die Rettung behindert, von dort seien auch Schüsse abgeben worden, worauf Menschen ins Wasser gesprungen seien.

Die "Alan Kurdi" müsste nun einen sicheren Hafen anlaufen, wie Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Crew sei auf die Corona-Krise gut vorbereitet, betonte Isler. Das Team sei vorher zwei Wochen zusammen gewesen und zeige keine Symptome.

An Bord gebe es auch zusätzliche Schutzausrüstung. Man sei in der Lage, Menschen, die Symptome zeigen sollten, zu separieren. Allerdings könnte die Crew keine Tests an Bord machen. Wenn ein Corona-Fall auftauchen sollte, sei man umso mehr auf Hilfe angewiesen, denn kranke Menschen müssten von Bord gebracht werden.

Die "Alan Kurdi" ist zur Zeit das einzige private Rettungsschiff vor Libyen. In Italien waren seit der landesweiten Corona-Ausgangssperren weniger Migranten angekommen, es gab im März aber dennoch einige Hundert Ankünfte.

Bei der Ankunft müssen die Migranten auf Covid-19-Symptome untersucht werden, wie es in einer Anweisung des Innenministeriums in Rom heisst. Danach kommen sie zwei Wochen in "Isolation". Frei bewegen dürfen auch sie sich nicht.


NACHRICHTENÜBERBLICK INTERNATIONAL

Türkei schränkt wegen Covid-19 Truppenbewegungen in Syrien ein

Die Türkei schränkt wegen der Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 die Bewegungen ihrer Soldaten im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien ein. Das geht aus einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums in Ankara vom Sonntagabend hervor.

Personal- und Truppenbewegungen, die nicht zwingend notwendig sind, wurden demnach auf ein Minimum reduziert. Ärzte seien in die Einsatzgebiete geschickt worden, um Trainings anzubieten und die Soldaten zu sensibilisieren.

Die Türkei ist im Norden Syriens in mehreren Regionen aktiv. Sie hatte im Oktober östlich des Flusses Euphrat eine international scharf kritisierte Militäroffensive gegen kurdische Milizen begonnen, die sie als Terroristen ansieht, und kontrolliert dort seitdem ein Teilgebiet des Grenzareals. In anderen Teilen des Nordens sind gemeinsam mit russischen Truppen Militärpatrouillen vorgesehen.

In der Region um die Rebellenhochburg Idlib westlich des Euphrats unterhält die Türkei zahlreiche sogenannte Beobachtungsposten. Dort herrscht nach einer Eskalation der Gewalt derzeit Waffenstillstand.

Die Zahl der offiziell erfassten Coronavirus-Infektionen in der Türkei lag am Sonntagabend bei rund 27 000, die der Todesopfer bei 574. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Freitag eine weitreichende Ausgangssperre für Menschen unter 20 Jahren verkündet.

Seit Freitagnacht sind zudem 31 Städte, darunter Ankara und Istanbul, für den Verkehr nach aussen weitgehend abgeschottet. Bereits zuvor war eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren erlassen worden. Schulen und Cafés sind geschlossen, an belebten Orten wie Supermärkten gilt eine Maskenpflicht.


Ukraine: Löscharbeiten in radioaktiv belasteten Waldstücken dauern an

In der Ukraine dauern die Löscharbeiten in radioaktiv belasteten Waldstücken der Tschernobyl-Sperrzone an. Die radioaktive Hintergrundstrahlung in den angrenzenden Gebieten der Region Kiew sei im Normbereich, teilte der Katastrophenschutz am Montag mit. Es würden weiterhin etwa 25 Hektar Wald brennen. Rund 140 Feuerwehrleute seien im Einsatz. Unterstützt würden sie durch zwei Löschflugzeuge und einen Hubschrauber.

Dem geschäftsführenden Leiter der Umweltbehörde in Kiew, Jegor Firsow, zufolge würden allerdings auch ausserhalb der Sperrzone insgesamt 100 Hektar brennen. Zudem berichtete er von erhöhten Radioaktivitätswerten. Dies wurde jedoch offiziell nicht bestätigt. Die Feuer sind am vergangenen Samstag ausgebrochen.

Die Polizei ermittelt inzwischen gegen einen 27 Jahre alten Mann, der in einem Ort in der Nähe des Sperrgebietes lebt. Er soll "aus Spass" Gras und Müll an mehreren Stellen angezündet haben, hiess es. Der Wind habe das Feuer dann unkontrolliert ausbreiten lassen. Dem Mann droht eine Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren.

Nach der Explosion des Blocks vier im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl 1986 wurden radioaktiv belastete Landstriche um die Atomruine gesperrt. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt.


Trump droht mit Zöllen auf Erdöl-Importe

US-Präsident Donald Trump schliesst die Verhängung von Zöllen auf Erdöl-Importe nicht aus, sollten sich die Preise für diese Rohwaren nicht stabilisieren. Falls der Erdölpreis auf dem derzeit niedrigen Niveau bleibe, würde er "sehr erhebliche Zölle" anordnen".

Dies sagte Trump am Sonntag vor Journalisten in Washington. "Aber ich denke nicht, dass ich das tun muss, weil Russland davon nicht profitieren würde und Saudi-Arabien auch nicht." Erdöl und Erdgas seien deren wichtigste Einnahmequellen. "Also wäre das offensichtlich sehr schlecht für sie", betonte Trump.

Russland und Saudi-Arabien liefern sich derzeit einen Ölpreiskrieg um Marktanteile. Als Folge ist der Erdölpreis eingebrochen. Zusätzlich bedingt sich dies durch die geringere Nachfrage im Zuge der Coronavirus-Pandemie. Unter dem niedrigeren Preis leiden auch viele US-Konzerne. Trump hat erklärt, er gehe davon aus, dass die beiden Staaten ihre Produktion erheblich drosseln werden. Weder Russland noch Saudi-Arabien haben dies jedoch bisher ihrerseits offiziell zugesagt.


US-Geheimdienst-Inspekteur verteidigt sich nach Rauswurf

Nach seiner Entlassung durch Präsident Donald Trump hat US-Geheimdienst-Generalinspekteur Michael Atkinson sein Vorgehen in der Ukraine-Affäre gerechtfertigt.

"Es ist schwer, nicht daran zu denken, dass der Vertrauensverlust des Präsidenten in mich darauf zurückzuführen ist, dass ich meine gesetzlichen Verpflichtungen als unabhängiger und unparteiischer Generalinspektor gewissenhaft erfüllt habe und dass ich mich verpflichtet habe, dies auch weiterhin zu tun", teilte er am Sonntag (Ortszeit) nach Angaben des Portals "Politico" mit.

Der Generalinspekteur der Geheimdienste hatte eine zentrale Rolle dabei gespielt, die Ukraine-Affäre ins Rollen zu bringen. Sie führte zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump, der Anfang Februar vom Senat freigesprochen wurde.

Als Kontrollinstanz der Geheimdienste hatte Atkinson die Beschwerde eines Whistleblowers an den Kongress weitergeleitet, die sich auf ein Telefonat Trumps mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bezog. Den Vorwürfen zufolge soll Trump Selenskyj zu Ermittlungen gegen seinen demokratischen Rivalen Joe Biden gedrängt haben, um die US-Präsidentenwahl 2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Nach Trumps Freispruch waren ein Ukraine-Experte des Nationalen Sicherheitsrats im Weissen Haus, Oberstleutnant Alexander Vindman, und der US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, von ihren Aufgaben entbunden worden. Beide hatten im Kongress gegen den Präsidenten ausgesagt, nachdem sie unter Strafandrohung vorgeladen worden waren.

Trump hatte am Freitagabend mitgeteilt, er habe das Vertrauen in Atkinson verloren. Damit wird Atkinson binnen 30 Tagen aus dem Amt scheiden. Einen Nachfolger benannte Trump zunächst nicht.

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